RAPS Euro Convergence 2026 in Lissabon: Medtech-Flair, Zusammenarbeit und guter Kaffee
Auf der RAPS Euro Convergence 2026 in Lissabon waren mein Kollege Alex Le Baut und ich, Josh Gambín, als Vertreter von AbroadLink Translations dabei. Und „dabei“ sage ich ganz bewusst mit einer gewissen Freude, denn wir sind mit dem Gefühl zurückgekehrt, Teil einer Veranstaltung gewesen zu sein, die nicht nur hält was sie verspricht, sondern noch wochenlang Gesprächsstoff bietet.
Die Ausgabe 2026 fand vom 5. bis 8. Mai im Kongresszentrum in Lissabon statt, mit einem Programm, das auf Medizinprodukte, IVD, Pharma, Kombinationsprodukte und digitale Gesundheit ausgerichtet war. Das offizielle Programm der Euro Convergence 2026 umfasste auch Sessions, Workshops und Networking-Bereiche zu sehr aktuellen Themen für Regulatory-Affairs-Teams.
Dieser Blog soll kein umfassender Bericht sein, sondern vielmehr ein persönlicher Eindruck – entstanden aus unserer Perspektive am Messestand, aus den Gesprächen, die wir geführt haben, und aus dem, was wir als Team erlebt haben, das eng mit regulatorischer, technischer und mehrsprachiger Dokumentation arbeitet.
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RAPS Euro Convergence: erste Eindrücke
Als Erstes möchte ich Danke sagen. Danke an die RAPS für ein sehr gut organisiertes, durchdachtes und vor allem äußerst nützliches Event für alle, die im Bereich Regulatory Affairs arbeiten. Besonders hervorheben möchte ich Brian Osika, dem wir für seine Aufmerksamkeit und seine persönliche Betreuung sehr dankbar sind.
Aus unserer Perspektive gewinnt RAPS Euro Convergence innerhalb der europäischen Regulatory-Affairs-Community stark an Bedeutung. Das merkt man am Profil der Teilnehmenden, am Niveau der Gespräche und daran, wie leicht aus einer Kaffeepause ein fachliches Gespräch über MDR, IVDR, künstliche Intelligenz, Dokumentenrückverfolgbarkeit oder technische Dokumentation wird.
Und hier möchte ich ganz ehrlich sein: Auch wenn sich die Veranstaltung sowohl an Medizinprodukte- als auch an die Pharmaindustrie richtet, hatten wir den Eindruck, dass es ein sehr Medizintechnik-geprägtes Umfeld war. Das ist keineswegs als Kritik gemeint, sondern vielmehr als positive Beobachtung. Tatsächlich war es für uns fast wie eine Medtech-Konferenz im besten Sinne: praxisnah, spezialisiert und sehr eng mit den realen Problemen von Herstellern, Beratern, Technologieanbietern und RA/QA-Teams verbunden.
Regulatory-Affairs-Veranstaltung mit Medtech-Spirit
Einer der großen Pluspunkte der RAPS Euro Convergence ist, dass sie nicht in der Theorie stecken bleibt. In den offiziellen Sessions ging es um regulatorische Transformation, MDR, IVDR, EUDAMED, künstliche Intelligenz und digitale Gesundheit – alles Themen, die den Alltag von Regulatory-Affairs-Teams direkt betreffen.
Für diejenigen von uns, die im Bereich der Übersetzung von Medizinprodukten arbeiten, ist das besonders relevant. Übersetzung existiert nicht losgelöst vom regulatorischen Prozess , sie ist mittendrin. Sie betrifft Gebrauchsanweisungen, Kennzeichnung, technische Dokumentation, Software, die Kommunikation mit Benannten Stellen und beeinflusst in vielen Fällen den tatsächlichen Zugang eines Produkts zu einem Markt.
Lissabon, sein Kongresszentrum und eine Organisation mit Liebe zum Detail
Das Umfeld hat die positiven Einschätzungen nur noch verstärkt , das Kongresszentrum in Lissabon hat etwas Besonderes. Es ist nicht nur ein großzügiger und funktionaler Ort, es sind die Lage, das Licht, der Blick auf die Bucht und diese Brücke, die unweigerlich an die in San Francisco erinnert.
Ich vermute, einige unserer amerikanischen Freunde fühlten sich beim Blick auf die Brücke fast wie zu Hause. Wir jedenfalls waren dankbar, dass die Veranstaltung nicht nur von innen gut organisiert, sondern auch geografisch gut gelegen war. An manche Kongresse erinnert man sich wegen der Sessions zurück , an andere wegen der Menschen. In diesem Fall war es eine Mischung aus beidem, und Lissabon bot den perfekten Rahmen.
Der einzige negative Punkt – wenn man ihn überhaupt so nennen kann – war das Essen. Es war einfach zu gut. Ich hatte mir fest vorgenommen, während der Reise ein paar Kilos zu verlieren, und kehrte mit der Gewissheit zurück, dass sich Lissabon, RAPS und die portugiesischen Desserts gegen mich verschworen hatten. Zugegeben, das ist keine besonders ernsthafte Beschwerde – aber eine, die mir persönlich nahegeht.
Begegnungen, aus denen Zusammenarbeit entsteht: CertHub
Einer der besten Aspekte eines Messestands ist, dass man nie weiß, wem man als nächstes begegnet. Dieses Jahr hatten wir CertHub als Nachbarn, ein Unternehmen, das uns vom ersten Moment an durch seinen softwarebasierten Ansatz für Medtech-Compliance, technische Dokumentation, eQMS und Automatisierung ins Auge gesprungen ist.
CertHub wurde von Leo Kobinger gegründet, und hier nimmt die Geschichte eine Wendung, die mir besonders gefällt: Leo hatte bereits auf der MEDICA 2024 an unserem Stand vorbeigeschaut. Damals kam er mit meiner Kollegin Alejandra Keller ins Gespräch, sodass wir beide keine Gelegenheit hatten. Mman könnte also sagen, dass wir noch ein Gespräch offen hatten.
Deshalb war es ein schöner Zufall, dass wir bei der diesjährigen RAPS Euro Convergence schließlich Standnachbarn waren (oder vielleicht mehr als nur ein Zufall). In jedem Fall hatten wir so die Möglichkeit, dieses offene Gespräch nachzuholen und damit zu beginnen, die Grundlagen einer möglichen künftigen Zusammenarbeit zwischen CertHub und AbroadLink zu skizzieren. Die Idee begeistert uns, weil sie zwei Welten zusammenbringt, die zunehmend stärker miteinander im Austausch stehen sollten: regulatorische Plattformen und spezialisierte Fachübersetzung.
Unsere Vorstellung beinhaltet die Integration zertifizierter Übersetzung in die Plattform selbst; das ist die Grundlage unseres neuen Service „Certified Translation as a Feature“, also zertifizierte Übersetzung als in die Software integrierte Funktion. Dadurch ließen sich Kontrolle und Rückverfolgbarkeit der Übersetzungen in derselben Umgebung aufrechterhalten, in der die Dokumentation verwaltet wird. Für Medtech-Hersteller kann diese Art der Integration sehr wertvoll sein: weniger Fragmentierung, weniger Risiko und mehr Transparenz darüber, was wann von wem und für welchen Markt übersetzt wurde. Wir können dies auch anhand unserer Erfahrung mit Softwarelokalisierung bestätigen, besonders wenn die Software Teil eines regulatorischen Ökosystems ist.
Merchandising, Veeva Systems und die Freude am Wiedersehen
Unser Merchandising kam wieder gut an — und ja, darauf bin ich auch Stolz. Die Bürsten mit integriertem Spiegel waren erneut ein kleiner Hit. Das mag nach einer Kleinigkeit klingen, doch genau solche Details erleichtern oft den ersten Kontakt und bringen Gespräche ins Rollen. Die Leute kommen auf uns zu, lächeln, stellen Fragen, nehmen etwas für ihre Kollegen mit, und plötzlich befindet man sich mitten in einem Gespräch über Kennzeichnung, IFUs, Revisionsprozesse oder Sprachanforderungen.
Wir haben allerdings unsere Standnachbarn von der Euro Convergence in Brüssel vermisst: Veeva Systems. Wir haben sie in sehr guter Erinnerung und hätten uns gefreut, auch dieses Mal wieder Standnachbarn zu sein.
Zum Glück hat uns Vedrana Augustinovic einen Besuch abgestattet und uns mit ihrer herzlichen und sympathischen Art ein Lächeln auf den Mund gezaubert. Außerdem nahm sie einige unserer Bürsten-Spiegel mit, die sie – soweit ich weiß – großzügig unter ihren Standkollegen verteilt hat. Ich weiß nicht, ob unsere Gadgets inzwischen schon Sammlerstatus erreicht haben, aber wir sind definitiv auf einem guten Weg dorthin.
Warum wir dort waren: Übersetzung, Regulatory Affairs und Vertrauen
Unsere Anwesenheit bei der RAPS Euro Convergence ist sinnvoll, denn waren nicht nur dabei um „Übersetzungen zu verkaufen“. Wir sind dabei um zuzuhören, was regulatorische Teams beschäftigt, welche Art von Dokumentation komplexer wird und wie sich Prozesse verändern, wenn KI, EUDAMED, MDR, IVDR oder digitale Medizinprodukte ins Spiel kommen.
Es handelt sich vor allem um die Art von Gesprächen, die uns daran erinnern, warum es für eine Übersetzungsagentur nicht ausreicht, nur Wörter zu übersetzen: Man muss Prozesse, Risiken und Verantwortlichkeiten verstehen. In regulierten Branchen ist eine Übersetzung kein Endprodukt, das geliefert und vergessen wird. Sie ist Teil einer Kette von Entscheidungen.
Deshalb ist es uns so wichtig, offiziellen Quellen wie der Verordnung (EU) 2017/745 über Medizinprodukte, der Verordnung (EU) 2017/746 über In-vitro-Diagnostika, den Informationen der Europäischen Kommission zu EUDAMED und der Verordnung über künstliche Intelligenz genau zu folgen. Nicht, weil wir zu Regulatory-Affairs-Beratern werden wollen, sondern weil gute Übersetzungen ein Verständnis des Kontexts voraussetzen.
Kaffee, Desserts und eine wenig objektive Empfehlung
Zum Abschluss noch eine Empfehlung für alle, die gutem brasilianischen Kaffee und Desserts nicht widerstehen können, die zwar für beste Laune sorgen, sich aber auch auf der Waage bemerkbar machen. In der Nähe des Kongresszentrums entdeckten wir Torra Roasting and Coffee, die meiner Meinung nach an dieser Stelle eine Erwähnung verdienen.
Das ist vielleicht nicht die wissenschaftlichste Empfehlung dieses Blogs, aber sicher eine der aufrichtigsten. Man genießt schließlich jede Veranstaltung besser mit gutem Kaffee. Und wenn man dann auch noch in Lissabon ist, um einen intensiven Tag voller Gespräche über Medizinprodukte, Compliance und Übersetzung zu beginnen, wird guter Kaffee Teil des Erlebnisses.
Unser Fazit der RAPS Euro Convergence 2026
Mein Eindruck der RAPS Euro Convergence ist sehr positiv – von der einwandfreien Organisation bis hin zu einem großartigen Umfeld und Gesprächen auf hohem Niveau. Auf gewisse Weise hat sich für uns die positive Erfahrung aus dem letzten Jahr in Brüssel dieses Jahr in Lissabon wiederholt. Außerdem nehme ich die Erkenntnis mit, dass die Regulatory-Affairs-Community in Europa genau solche Formate braucht: nahbar, spezialisiert und eng mit der Realität der Branche verbunden.
Bei AbroadLink kehren wir mit Ideen, Kontakten und dem Wunsch zurück, die Zusammenarbeit fortzuführen. Wir kehren mit Dankbarkeit zurück, gegenüber RAPS, Brian Osika, denjenigen, die unseren Stand besuchten, CertHub für die Chance einer möglichen Zusammenarbeit und all den Menschen, die dafür gesorgt haben, dass die Veranstaltung so lebendig war.
Und natürlich kehren wir mit einem klaren Fazit zurück: Die RAPS Euro Convergence ist nicht nur eine Veranstaltung, die man besucht – sie ist ein Ort, an dem Dinge passieren. Manche davon werden monatelang vorbereitet, andere entstehen aus einem zufälligen Gespräch zwischen den Ständen. Und wieder andere hinterlassen denselben Eindruck wie die besten Kaffees in Lissabon: einfach Lust auf noch eine Runde.
Josh Gambín is the founder of AbroadLink and leads the company's sales and strategy. With a degree in Biology and a degree in Translation and Interpreting, his background bridges the scientific and linguistic worlds that define our work.
He is a published author in MultiLingual magazine and has participated as conference speaker at leading industry events, including the GALA and tekom conferences, where he shares AbroadLink's perspective on quality, compliance and the responsible use of language technology in regulated sectors.